Ein Beitrag von unserer Mitarbeiterin Romy Nawwary:
Zu Hause in Assuan
Im April 2026 reiste ich für zehn Tage nach Assuan, genauer gesagt nach Gharb Soheil, einem nubischen Dorf auf der Westseite des Nils, rund 30 Minuten vom Stadtzentrum Assuans entfernt.
im Dorf "Gharb Soheil"
Der Grund meiner Reise war ein ganz besonderer: Ich besuchte meine Familie, die vor rund einem Jahr nach Ägypten ausgewandert ist, um sich ihren Traum vom eigenen Guest House zu erfüllen. Mein Schwager, ein Nubier aus Gharb Soheil, holte mich spätabends am Flughafen von Assuan ab. Die Anreise mit Egyptair über Kairo verlief angenehm und unkompliziert.
Während meines Aufenthalts wohnten wir in einer kleinen Wohnung mitten im Dorf, direkt neben einer Schule und einer Moschee. Das Guest House befindet sich noch im Bau, doch schon jetzt war es schön zu sehen, wie aus einer Idee Schritt für Schritt Wirklichkeit wird.
das zukünftige Guest House - auch für zukünftige Amin Travel-Kunden
Obwohl ich als Product Managerin für Ägypten und Jordanien bei Amin Travel das Land sehr gut kenne, gab es auch für mich noch einige spannende Orte zu entdecken.
Das Kloster St. Simeon – eine beeindruckende Ruine in der Wüste
Unser erster Ausflug führte uns zum Kloster St. Simeon auf dem Westufer des Nils. Bereits bei der Ankunft fiel mir auf, dass wir weit und breit die einzigen Besucher waren. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der April – insbesondere rund um Ostern – eigentlich zur Hochsaison zählt und Sehenswürdigkeiten wie der Philae-Tempel oft gut besucht sind.
Das Kloster gehört zu den grössten und besterhaltenen frühchristlichen Klosteranlagen Ägyptens. Es wurde im 7. Jahrhundert gegründet und im 10. Jahrhundert erweitert. Ursprünglich war es dem Heiligen Anba Hadra gewidmet und erhielt erst später den Namen St. Simeon. Die gewaltigen Lehmziegelmauern, die Überreste der Kirche, Schlafräume, Küchen und Lagerräume vermitteln einen faszinierenden Eindruck vom Klosterleben vor über tausend Jahren. Die Lage mitten in der Wüste mit Blick auf den Nil macht diesen Ort besonders eindrucksvoll.
St. Simeon Kloster
Die Felsengräber der Noblen
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Felsengräber der Noblen.
Der Aufstieg über die zahlreichen Treppen ist zwar etwas anstrengend, lohnt sich jedoch in jeder Hinsicht.
Die Gräber stammen überwiegend aus dem Alten und Mittleren Reich und dienten den Gouverneuren und hohen Beamten der südlichsten Provinz des alten Ägyptens als letzte Ruhestätte. Im Inneren sind teilweise noch farbenfrohe Wandmalereien erhalten, die Szenen aus dem täglichen Leben sowie religiöse Darstellungen zeigen. Oben angekommen wird man zusätzlich mit einem spektakulären Panoramablick über den Nil, die Inseln und die Stadt Assuan belohnt. Auch hier begegneten wir während unseres Besuchs kaum anderen Touristen – ein echtes Privileg.

Bummeln über den Souk
Natürlich durfte auch ein Spaziergang durch den lebhaften Souk von Assuan nicht fehlen. Zwischen Gewürzen, Stoffen, frischem Obst und Gemüse herrscht ein buntes Treiben. Wir kauften Zutaten für unser Abendessen ein, während meine Mutter auf der Suche nach neuen Schuhen war. Auf dem Souk findet man fast alles – und wenn nicht beim ersten Händler, dann ganz bestimmt beim nächsten.

Mit dem Boot über den Nil
Zum Alltag gehörte für uns auch die Überfahrt mit dem Boot zwischen Gharb Soheil und Assuan. Für mich zählen diese Fahrten zu den schönsten Momenten jeder Reise. Gemächlich gleitet das Boot an den kleinen Nilinseln vorbei, während sich die goldenen Sandhügel der Wüste mit dem satten Grün der Uferlandschaft abwechseln. Diese besondere Atmosphäre macht den Nil in Assuan zu einem Ort, an den ich immer wieder gerne zurückkehre.

Bis bald, Assuan
Nach zehn wunderschönen Tagen hiess es schliesslich Abschied nehmen. Früh am Morgen brachte mich mein Schwager wieder zum Flughafen von Assuan. Mit Egyptair ging es über Kairo zurück in die Schweiz – im Gepäck viele schöne Erinnerungen und das gute Gefühl, ein zweites Zuhause gefunden zu haben.
Eines steht schon jetzt fest: Ich komme wieder.